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3. Vom Terrassenweinbau zur Rebflurbereinigung

Weinerträge lagen früher oft beim Zehnfachen heutiger Mengen. Sorten mit so bezeichnenden Namen wie »Elender« oder »Grobschwarz« standen für Masse, nicht für Klasse. Weiße und rote Trauben wurden gemeinsam als „Schiller“ gekeltert.

Der Dreißigjährige Krieg vernichtete bis zu Dreiviertel der Weinberge. Später kamen Konkurrenzgetränke wie Bier und Most auf, dann machten Reblaus und Pilzkrankheiten dem Weinbau nahezu den Garaus. Die 1825 gegründete »Gesellschaft für die Weinverbesserung in Württemberg« versuchte vergebens, mit Musterweinbergen, Edelreben oder reblausresistenten Sorten den Niedergang aufzuhalten. Erst mit der in den 1960er Jahren beginnenden Rebflurbereinigung entstanden auch in steileren Lagen rationell und maschinell zu bearbeitende Flächen. Die Weinlandschaft mit ihren kleinen, horizontal verlaufenden und die Bodenerosion verhindernden Terrassen und Trockenmauern wurde umgemodelt in große, in der Falllinie angeordnete Parzellen. Damals warnten Experten vor einer »Rebensteppe«. Heute wird versucht, durch Begrünung zwischen den Zeilen, Anpflanzung von Hecken und Stauden, Schaffung von Randflächen oder Einbau neuer Trockenmauern die biologische Vielfalt und die Lebensräume für Fauna und Flora zu erhalten.