• Burse Tübingen, © Barbara Honner, Verkehrsverein Tübingen
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Burse Tübingen

Bursagasse, 72070 Tübingen

Die 14–16jährigen Scholaren, die sogenannten Artisten, genossen im Haus die universitäre Grundausbildung. In den „artes liberales“ (Grammatik, Logik, Rhetorik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik) machten sie ihren Magister, der sie zum Besuch der höheren Fakultäten (Medizin, Jura und Theologie) qualifizierte.

Große Namen lehrten an der Burse: Johannes Reuchlin (1455–1522), der Humanist und Hebraist, sein Großneffe Philipp Melanchthon (1497–1560), der nach Abschluss seines Magisters bis 1518 an der Burse als Lehrer angestellt war, Wilhelm Schickard (1592–1635), Erfinder der ersten mechanischen Rechenmaschine (1623) sowie der Philosoph Ernst Bloch (1885–1977).

1803–05 baute der Medizinprofessor Johann Ferdinand Autenrieth das Gebäude zum ersten Universitätsklinikum mit 12 Krankenzimmern um. Am 15. September 1806 wurde hier der geisteskranke Hölderlin „in Cuhr genomen“ und 231 Tage behandelt. Seit einem Umbau 1971 sind im  Gebäude das Philosophische Seminar und das Kunsthistorische Institut der Universität untergebracht.

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