Stuttgart und die Automarken: Die Leiterin des Museums erzählt ...

Im Mercedes-Benz Museum, einem der spektakulärsten Automobilmuseen der Welt, geht es hoch her. Die Museumsleiterin Monja Büdke stellt dir ihren spannenden Arbeitsplatz vor und verrät dir die Besonderheiten und die Faszination hinter dem Stuttgarter Museum.

Was macht das Mercedes Benz Museum so besonders?

Mercedes-Benz ist eine weltbekannte Marke und das Thema Automobil spricht sehr viele Menschen an. Dazu kommt unser Alleinstellungsmerkmal: Wir können die Geschichte des Automobils seit seiner Erfindung 1886 durch Carl Benz erzählen. Diese einzigartige Story betten wir in einen großen zeithistorischen Kontext ein. Und das in einer wirklich spektakulären, modernen Architektur. Diese Mischung gefällt unseren Besuchern, auch wenn sie gar keine Autofans sind. Außerdem gibt es viele verschiedene kulturelle Angebote und Veranstaltungen. Jeder kann hier einen schönen Tag erleben.

Womit fasziniert Sie das Mercedes-Benz Museum?

Mich begeistert, dass wir in den Jahren seit der Eröffnung 2006 zu einem Wahrzeichen von Stuttgart geworden sind und dass unser Stern so weit in die Welt hinaus strahlt. Es ist eine tolle Bestätigung für uns, wenn wir in diesen Tagen die Nachricht bekommen, dass das Mercedes-Benz Museum laut der Auswertung des Verbraucherportals „testberichte.de“ das beliebteste Museum in Deutschland ist.

Was ist am schönsten für Sie an Ihrem Job?

Die Vielfalt der Themen! Kein Tag ist wie der andere. Es kann sein, dass ich mittwochs den zehnmillionsten Besucher in der Ausstellung begrüße, am nächsten Tag mit meinem Team das Konzept der nächsten Sonderausstellung diskutiere, danach einem brasilianischen TV-Team ein Interview gebe und am Sonntag als Besucherin mit meiner Familie ins Museum komme. Mein Mann geht zum Oldtimertreff Cars & Coffee und ich begleite meine Kinder in die Mitmachausstellung zum Basteln. Und abends gehen alle zufrieden nach Hause. Welcher Arbeitsplatz kann das bieten?

Haben Sie ein Lieblingsfahrzeug in der Ausstellung?

Mich für eines zu entscheiden, fällt mir schwer. Wir haben ja 160 Automobile in der Ausstellung, eines schöner als das andere und jedes ist besonders. Unsere Guides können zu jedem Fahrzeug spannende Geschichten erzählen. Denen höre ich immer wieder gerne zu.  

Was ist für Sie typisch „Region Stuttgart“?

Für mich ganz klar - die Marken Mercedes-Benz und Porsche. Jeder kennt doch jemanden, der bei einem der beiden Hersteller arbeitet. Ich freue mich, wenn ich höre, dass Menschen wegen der beiden Automobilmuseen nach Stuttgart kommen. Deshalb haben wir ja mit dem Porsche-Museum auch eine Ticketkooperation.

An welche interessanten Besucher erinnern Sie sich?

Wir hatten mal eine PR-Kampagne mit dem Namen „Die Welt zu Gast im Mercedes-Benz Museum“. Das Ziel war, Besucher aus allen Nationen der Welt willkommen zu heißen – es fehlten uns nur noch Gäste aus sieben Ländern. Was glauben Sie, wie die Besucher aus St. Kitts und Nevis staunten, als wir sie wie Ehrengäste mit ihrer Länderflagge vor dem Museum begrüßten. Die waren so überrascht und gerührt!

Welche großen Herausforderungen haben Sie im Umgang mit dem Coronavirus gemeistert?

Wir haben in den letzten Wochen intensiv daran gefeilt, wie wir das Museum unter den neuen Bedingungen sicher für unsere Besucher und für unser Personal öffnen können. Dabei kommt uns zu Gute, dass wir mit einer Fläche von 16.500 Quadratmeter sehr viel Bewegungsfreiraum haben. Ich finde, mein Team hat alle Maßnahmen professionell und mit Augenmaß umgesetzt, um einen möglichst unbeschwerten Museumsgenuss zu ermöglichen.

Wie sieht die Zukunft des Mercedes-Benz Museums aus?

Mein oberstes Ziel ist es, zeitgemäß zu bleiben. Um das hohe Niveau beizubehalten sind kontinuierliche Optimierungen notwendig. Derzeit konzentrieren wir uns darauf, das interaktive Erleben stärker in den Fokus zu rücken.

Was sollte man bei einem Besuch im Museum auf gar keinen Fall verpassen?

Das Gute ist: Sie können nichts verpassen! Die Wegeführung ist einfach, verlaufen kann man sich nicht. Sogar ganz eilige Besucher kommen auf ihre Kosten. Und wer nicht nach Stuttgart kommen kann, besucht uns ganz bequem vom Sofa aus. Wir bauen unser digitales Angebot immer weiter aus und stellen erfreut fest, dass wir weltweit viele Fans dazugewinnen. Schauen Sie sich doch mal unseren neuen Drohnenfilm an, Sie werden staunen: https://www.youtube.com/watch?v=LT0_SzhY4W8