Der Blaustrümpflerweg rund um Heslach

Der Blaustrümpflerweg rund um Heslach bietet eine der abwechslungsreichsten Touren in Stuttgart: Er vereint spektakuläre Ausblicke mit Historie, Natur- und Kunstgenuss. Zacke und Seilbahn erleichtern die Wege nach oben und unten.

Stuttgart - Wo soll man nur anfangen? Diese Frage stellt sich beim Blau­strümpflerweg im doppelten Sinn: weil es mehrere Punkte gibt, an denen man in die grandiose Tour rund um Stuttgart-Heslach einsteigen kann, und weil unterwegs so viel zu entdecken ist, dass man vor lauter Attraktionen gar nicht weiß, was man zuerst nennen soll.

Lapidarium? Karlshöhe? Waldfriedhof? Jeder dieser und weiterer Orte, die der Wanderer streift, wäre einen eigenen Ausflug wert. Klingt wie die Schwärmerei einer Lokalpatriotin? Mag sein. Aber versprochen: Kaum einer wird sich dem Charme des Wegs entziehen können.

Es geht knackig los: hoch auf die Karlshöhe

Aber von vorn. Wer die 7,5 Kilometer am Marienplatz im Stuttgarter Süden beginnt, sollte ordentlich Luft holen – denn es geht knackig los: über die Else-Himmelheber-Staffel steil hinauf zur Karlshöhe. Wer mag, kann einen Blick aufs nahe gelegene Lapidarium werfen und sich eine mentale Notiz machen: „Demnächst unbedingt einen Extratag für das Freiluftmuseum einplanen!“ Auf der Karlshöhe, einem der schönsten Aussichtspunkte der Stadt, wird man dann für die Strapazen mit Panoramablick auf den Talkessel belohnt – und womöglich mit einem erfrischenden Kaltgetränk im Biergarten. Aber nicht zu lang genießen, sondern lieber wiederkommen, gern auch am Abend, und der Sonne beim Untergehen zuschauen.

Nun also die Hasenbergsteige hinauf, was durchaus Kondition erfordert. Zum Glück spenden die großen Bäume Schatten. Vorbei geht’s an prächtigen Villen und an der Bronzebüste Johann Georg Fischers (1816–1896): „Redet mir nicht von siebzig Jahren / Redet mir nicht von Kräftesparen, / Der eine vertut’s und hat’s doch immer, / Der andre spart’s und gebraucht’s doch nimmer“ dichtete er. Seinen eigenen 70. feierte die Stadt im großen Stil. Heute ist der Schulleiter und Lyriker fast vergessen. Wer eher bildender Kunst zugetan ist, kommt in der idyllischen Straße ebenfalls auf seine Kosten: beim knallbunten Hasen-Graffito des international gefragten Künstlers Christoph „Jeroo“ Ganter, der wie einst Fischer als Lehrer in Stuttgart arbeitet. Oben an der Steige lockt der Skulpturenpark mit Werken von Otto Herbert Hajek (1927–2005), doch der Blaustrümpflerweg zweigt schon vorher ab: in den verwunschen wirkenden Blauen Weg, wo man an einer alten Steinmauer entlang geht, vorbei an Gartenanlagen, wieder zu Atem kommt und erneut eine tolle Aussicht hat.

Vorsicht: Im Wald nicht falsch abbiegen!

Durch den Wald – Vorsicht: nicht falsch abbiegen, sonst landet man irgendwann am Bärenschlössle – führt der Weg über die Heslacher Wand runter zum Südheimer Platz und gleich wieder hoch. Keine Sorge: dieses Mal gemütlich mit der historischen Seilbahn, im Volksmund auch Erbschleicher-Express genannt, da oben der Waldfriedhof auf die Passagiere wartet. Auch an der letzten Ruhestätte vieler berühmter und weniger berühmter Stuttgarter könnte man sich den ganzen Tag aufhalten. Doch es geht weiter über die Straße, vorbei am Dornhaldenfriedhof und durch den Wald zum Haigst in Degerloch. Nach einem letzten spektakulären Blick auf die Stadt bringt einen die Zacke wieder ins Tal zum Marienplatz, wo man sich in einem der Lokale mit Eis, Getränken oder Pizza belohnen kann.

Besucherinfos

Der Sage nach verrieten die Heslacher den rücksichtslosen und gewalttätigen Herzog Ulrich von Württemberg (1487–1550), nachdem er verbannt wurde und aus Stuttgart floh. Als er Jahre später zurückkehrte, belegte er die Heslacher mit einer Strafe: Zum sonntäglichen Kirchgang mussten die Bewohner des 1451 gegründeten Weilers blaue Strümpfe anziehen. Und so tragen die Heslacher bis heute den Spitznamen Blaustrümpfler.

Unterwegs gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Etwa auf der Karlshöhe im Biergarten Tschechen und Söhne oder beim Waldfriedhof im Ausflugslokal Heimgarten St. Josef (noch bis zum 10. September geschlossen). Am Marienplatz gibt es unter anderem Eis in der Gelateria Kaiserbau und im La Luna, Pizza im L.A. Signorina und vietnamesische Küche im Noir Cuisine.

Die Anfahrt

Vom Marienplatz geht es auf dem Blaustrümpflerweg zur Karlshöhe und zum Südheimer Platz. Von dort fährt man mit der Seilbahn zum Waldfriedhof hoch (Mo–So alle 20 Min.). Dann geht’s nach Degerloch zum Haigst. Hier nun Weiterfahrt mit der Zacke (Mo–So alle 15 Min.) wieder runter zum Marienplatz.

Mehr anzeigen Weniger anzeigen

Weitere Angebote in Heslach und der Umgebung

Marienplatz Stuttgart, © Stuttgart-Marketing GmbH

Ma­ri­en­platz Stutt­gart

Stuttgart

Details
Russisch-Römische Sauna im Hallenbad Stuttgart-Heslach, © Hallenbad Heslach, Bäderbetriebe Stuttgart

Hal­len­bad Stutt­gart-Hes­lach

Stuttgart

Details
Stuttgarter Aussichten: Karlshöhe Stuttgart, © Romeo Felsenreich, sommertage.com

Karls­hö­he Stutt­gart

Stuttgart

Details
Bärensee mit Bärenschlössle im Hintergrund, © SMG

RegioRad Station

Park­se­en mit Bä­ren­schlöss­le Stutt­gart

Stuttgart

Details