Von Liebe und Krieg: Tamilische Geschichte(n) aus Indien und der Diaspora

Location:
Lindenmuseum Stuttgart, Hegelplatz 1, 70174 Stuttgart
Datum:

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Die Ausstellung stellt die Geschichte und Gegenwart einer Zivilisation vor, die Stolz auf eine bis ins klassische indische Altertum zurückreichende Geschichte zurückblickt und bis heute ihre kulturelle Eigenständigkeit bewahrt hat. Die Ausstellung bietet von archäologischen Objekten aus dem legendären Sangam-Zeitalter (ca. 6. Jh. v. Chr. - 3. Jh. n. Chr.) über eine Auswahl der sinnlichen Bronzen der Chola-Dynastie (9. - 13. Jh.) bis zu den Arbeiten der Künstler des Madras Art Movement im 20. Jh. einen Überblick über die Highlights tamilischen Kunst- und Kulturschaffens und gibt so die vielstimmigen Narrative tamilischer Geschichtsüberlieferungen wieder. Von der Kastengrenzen überschreitenden tamilischen Bhakti-Mystik des Mittelalters bis hin zur Selbstachtungsbewegung des zwanzigsten Jahrhunderts, die sich gegen die Macht der Brahmanen, gegen Unberührbarkeit und gegen die Benachteiligung von Frauen richtete, werden auch die sozialen Aspekte tamilischer Kulturgeschichte(n) beleuchtet. Dass tamilische Kultur weit über Indien hinaus gelebt, gefeiert und verteidigt wird, ist spätestens seit der Berichterstattung über den Krieg zwischen Regierungsarmee und Liberation Tigers of Tamil Eelam in Sri Lanka bekannt; ebenso, dass der Genius tamilischer Programmierer in der weltweiten Software-Industrie praktisch unentbehrlich geworden ist. So wird auch von globalen Netzwerken und der Lebendigkeit tamilischer Kultur in Europa erzählt.

 

Sinnlichkeit, Farbigkeit und Vielfalt

Größte Eleganz und Sinnlichkeit wird den Götterdarstellung in Bronze und Granit aus der Zeit der Chola-Dynastie nachgesagt, die trotz des Materials und dem hohen Alter so lebendig wirken, als würden sie gleich von ihren Sockeln steigen. Monumental und beeindruckend sind die Tempel der Cholakönige in Thanjavur, Gangaikondacholapuram und Darasuram, um die sie einst in festlichen Prozessionen getragen wurden. Bunt und vielgestaltig sind hingegen die als Kolu-Puppen bekannten Götterdarstellungen aus Pappmachée, mit dem viele Tamilenjedes Jahr zu Navaratri, dem Fest der Göttin, ihre Häuser schmücken. Ebenso bunt, aber ungleich kostbarer sind edle Saris aus Kanchipuram: Ihre Kettfäden sind aus reinem Gold gezogen; die Schussfäden aus bester Seide.

Tamil Nadu im Süden Indiens ist jedoch auch ein Ort religiöser Vielfalt, die sich in den Objekten wiederspiegelt: Der Überlieferungen zufolge ist es der Ort des Martyriums des zweifelnden Apostels Thomas, der hier bereits im ersten Jahrhundert eine eigene christliche Tradition begründete, die vieles zur tamilischen Kulturgeschichte beitragen konnte. Ab dem 8. Jahrhundert siedelten muslimische Händler entlang der Küsten. Die von ihnen etablierten Sufi-Orden fanden regen Zuspruch und traten in einen intensiven Austausch mit der hinduistischen Spiritualität und Kunst.

Arbeiten herausragender Künstler des Madras Art Movement dokumentieren die Suche tamilischer Künstler im 20. und 21. Jahrhundert nach eigenen, von lokalen Traditionen geprägten Formen moderner Kunst.

Lage & Kontakt

Lindenmuseum Stuttgart
Hegelplatz 1
70174 Stuttgart

Veranstalter: Linden-Museum Stuttgart

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