Herrenberg

Gut gesichert geht es in die Parcours des Waldseilgartens Herrenberg. 70 Stationen auf sieben verschiedenen Routen bieten Spaß und Nervenkitzel für Schwindelfreie. Wem das zu sportlich ist, der kann vom nahen Schönbuchturm den Blick über die Landschaft schweifen lassen.

Herrenberg - Tief durchatmen, noch einmal die Sicherungskarabiner prüfen. Alles eingehängt, also los geht’s, fünf Meter über dem Waldboden. Der erste Schritt auf die wackeligen Holzstangen, die zwischen den Seilen gespannt sind. Umgreifen, der zweite Schritt. Gar nicht so schwer. In einer Höhe bis zu 13 Metern sind die Parcours im Waldseilgarten zwischen den Baumstämmen aufgebaut. Über Seile, Bretter, Stufen, Autoreifen und andere Elemente erreichen die Kletterer die Plattformen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, ein gewisses Level an Fitness und Schwindelfreiheit ist aber von Vorteil.

Die Mitarbeiter des Hochseilgartens weisen die Gäste in den richtigen Umgang mit Gurten und Sicherungen ein. „Und zur Not können wir Sie aus den Bäumen ­holen, wenn Sie nicht mehr können oder wollen“, sagt Anke Lang.

Bevor die ersten Kletterer an diesem Tag auf die Bäume dürfen, prüft die Mitarbeiterin des Waldseilgartens die Routen. In Windeseile erklimmt sie die Leiter, hängt die Karabiner um, und schon rutscht sie am Seil entlang zum nächsten Baum. An einer Plattform wird Anke Lang fündig: Einer der sogenannten Kleine-Leute-Klötze ist morsch und hat sich teils aufgelöst. „Der muss entfernt werden, damit sich niemand verletzt“, sagt sie und montiert den Holzklotz ab, auf den normalerweise kleinere Kletterer und Kinder steigen, um leichter an die Seile zu kommen, an denen sie ihre Sicherungskarabiner einhängen müssen.

Wer sich traut, kann aus 13 Metern in die Tiefe springen

Meistens gehe die Überprüfung schnell, größere Schäden seien rar. „Es kann sein, dass gerade nach stärkeren Winden oder Gewittern Äste in den Parcours querhängen“, sagt Anke Lang. Diese gelte es dann zu entfernen, damit niemand hängen bleibe. Außerdem habe man ein genaues Auge auf die Tragseile sowie auf die Bäume, zwischen denen die Hindernisse gespannt sind. „Die Bäume sind unser Kapital“, sagt Andreas Feil, einer der beiden Geschäftsführer des Hochseilgartens. „Sie leiden unter den trockenen Sommern.“ Im schlimmsten Fall müsse der Parcours umgebaut werden, wenn ein Baum absterbe. Das komme aber nur sehr selten vor.

Mehr als 70 Stationen auf sieben unterschiedlichen Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden erwarten die Kletterer. Je nach Parcours sind die Routen geeignet für Kinder von sechs Jahren an. Im „Flying-Fox-Parcours“ kann man, sobald man die Leiter erklommen hat, über acht Seilrutschen von Baum zu Baum sausen. Und wer sich traut, kann im „Power-Fan-Parcours“ aus einer Höhe von 13 Metern in die Tiefe springen. Keine Sorge: Das Seil bremst den freien Fall vor dem Boden. Junge Abenteurer von drei Jahren an können sich im Kleinkinderparcours versuchen.

360-Grad-Panoramablick über den Schönbuch

In den Sommerferien ist der Waldseilgarten jeden Tag von 10 Uhr an geöffnet. Jeder Teilnehmer bekommt einen Klettergurt und eine Einweisung in die Sicherungstechnik, bevor er in die Parcours einsteigen darf. Die letzte Gurteinweisung ist um 16.30 Uhr, bis 20 Uhr kann man in den Bäumen klettern. Die Preise liegen zwischen 18 und 22 Euro pro Person, es gibt Ermäßigungen. Mehr Informationen zu den Parcours und den Preisen finden sich unter www.waldseilgarten-herrenberg.de. Nach der Anstrengung kann man am Kiosk eine Erfrischung und Snacks kaufen, außerdem gibt es eine Grillstelle nebst einem Kinderspielplatz. Wer größeren Hunger hat, kann im nahen Naturfreundehaus einkehren.

Wem der Waldseilgarten zu sportlich ist, der kann nur wenige Hundert Meter weiter hoch hinaus: auf den Schönbuchturm. Die Konstruktion aus Stahlseilen und heimischem Nadelholz ist 2018 eröffnet worden und bietet nach einem Aufstieg über etwa 170 Stufen einen 360-Grad-Rundumblick über den Schönbuch bis hin zu dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb. Die offene Bauweise erinnert an den Stuttgarter Killesbergturm, die gegenläufig spiralförmig gewundenen Treppen sind klar als Auf- beziehungsweise Abgang gekennzeichnet, um Begegnungsverkehr auf den Stufen zu vermeiden. Der Weg vom Naturfreundehaus zum Schönbuchturm auf dem Stellberg ist gesäumt von Infotafeln mit interessanten Fakten rund um den Aussichtspunkt. (textende)

Besucherinfos

Das Naturfreundehaus Herrenberg, Hildrizhauser Straße 103, ist ein guter Start- und Zielpunkt für einen Ausflug in den Schönbuch. Es ist gut mit dem ÖPNV zu erreichen und hat einen großen Parkplatz. Die Küche hat mittwochs bis sonntags durchgängig von 11.30 bis 21 Uhr geöffnet. Mehr unter www.nfh-herrenberg.de.

Drei Aussichtsplattformen auf dem insgesamt 25 Meter hohen Turm bieten einen schönen Panoramablick. Der Schönbuchturm ist täglich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geöffnet, der Eintritt ist frei.

In der Region gibt es auch noch andere Hochseilgärten, etwa in Stuttgart-Zuffenhausen, im Schmellbachtal in Leinfelden-Echterdingen, in Rutesheim, Plochingen und Schwäbisch Gmünd.

Die Anfahrt

Vom Stuttgarter Hauptbahnhof mit der S 1 Richtung Herrenberg bis nach Herrenberg Bahnhof. Dort am ZOB umsteigen auf die Citybus-Linie 782 Richtung Waldfriedhof und bis Haltestelle Waldfriedhof fahren. Von dort sind es noch zehn Minuten Fußweg zum Waldseilgarten und etwa genauso lang zum Schönbuchturm.

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