Seewaldseen in Vaihingen an der Enz

Statt nur in der Sonne zu liegen: Rund um die Seewaldseen in Vaihingen an der Enz führt ein Weg, der sich auch prima für Familien eignet. Der See- und Waldrundweg ist elf Kilometer lang, und auf dem Weg erschließen sich einem beeindruckende Aussichten.

Vaihingen an der Enz - Wer sich mit Anita Götz zum Wandern verabredet, der sollte sich auf Muskelkater am nächsten Tag einstellen. Nicht unbedingt deshalb, weil der elf Kilometer lange und 190 Höhenmeter umfassende See- und Waldrundweg zu den Seewaldseen extrem anspruchsvoll ist. Aber das, was Anita Götz unter Wandern versteht, dürfte für viele Menschen eher sehr schnelles Walken, beinahe Joggen, bedeuten. Die 64-Jährige ist nämlich nicht nur ehrenamtliche Ortsvorsteherin von Horrheim, sie trägt auch Zeitungen aus. „Bezahlten Frühsport“ nennt sie das. Und dementsprechend hoch ist ihr Tempo beim Laufen.

Anita Götz kennt den Weinbauort Horrheim, der zu Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) gehört, seit 64 Jahren. Sie ist dort aufgewachsen und geblieben – also die perfekte Person, um sich von ihr den See- und Waldrundweg zeigen zu lassen. Der Startpunkt ist entweder der Wanderparkplatz der Seewaldseen oder der Wachtkopf im benachbarten Gündelbach. Von beiden Punkten aus ist die Runde gut ausgeschildert. Manchmal muss man zwar etwas genauer hinsehen, um ein Schild zu erspähen, doch ein wenig Entdeckerlust gehört zum Wandern ja dazu. Die gesamte Tour verläuft über Forstwege oder Asphalt, ist also auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl problemlos zu meistern.

Kinderwagen und Rollstuhl sind kein Problem

Wer an den Seewaldseen startet, wandert zunächst leicht bergauf durch den Fleckenwald. Immer wieder stehen Bänke und Picknicktische am Weg, die gut geeignet sind, um sich am mitgebrachten Vesper zu laben. Nach gut der Hälfte der Strecke erreicht man den Hamberger See. „Darin haben wir früher gebadet“, sagt Anita Götz. Das ist heute zwar nicht mehr erlaubt, dennoch lohnt es sich, den kleinen Pfad um den See herum zu gehen und je nach Laune eine Pause am Ufer einzulegen. Kurz nach dem Hamberger See gelangt man auf den Wachtkopf. Von dort hat man eine phänomenale Sicht über Gündelbach und die Weinberge. Außerdem gibt es einen schön gelegenen Spiel- und Grillplatz. Anschließend geht es über die Wachtkopfsteige, von der man immer noch eine beeindruckende Aussicht hat, wieder zurück in den Wald und zu den Seewaldseen.

Am oberen der Seen kann man nackt baden

Sofern das Wetter halbwegs mitspielt und es nicht übermäßig voll ist, sollte man dort nach der Wanderung unbedingt baden gehen. Wer seine Badekleidung vergessen hat, muss nicht zwingend unverrichteter Dinge wieder abreisen. Denn am oberen der Seewaldseen darf die Freikörperkultur (FKK) ausgelebt werden, am unteren See wird bekleidet gebadet. „Das hat sich einfach so entwickelt“, sagt Götz.

Bereits Anfang der 1980er Jahre wurden die Seen von der Stadt angelegt. Sie sollten der Naherholung der Anwohner dienen. Gespeist werden sie aus natürlichen Waldquellen. Dementsprechend gut ist die Wasserqualität, sie gilt sogar als ausgezeichnet. Das wissen inzwischen aber nicht mehr nur die Anwohner, sondern immer mehr Menschen aus der gesamten Region. Und gerade in diesem Corona-Sommer, in dem viele ihre Ferien zu Hause verbringen, macht die Popularität der beiden Seen zunehmend Probleme.

Vor Kurzem entschieden Mitarbeiter der Vaihinger Stadtverwaltung deshalb, dass der Zugang zu den Seen begrenzt wird. Um die Mindestabstände zu gewährleisten, sollten nämlich nicht mehr als 400 Menschen gleichzeitig an den Seen sein. Deshalb werden nun Zufahrten gesperrt und Schilder aufgestellt, auf denen steht, dass Besucher wieder gehen sollten, sobald der öffentliche Parkplatz voll ist.

Weinlehrpfad und Rebsortenpfad in der Nähe

Anita Götz selbst kommt nie zu den Seen, um baden zu gehen. Sie schwimmt lieber im Freibad. Dennoch sind ihr die Gewässer zwischen Wald und Weinbergen wichtig: „Ich überlege mir ständig, was man besser machen kann.“ So sei sie derzeit am Planen, wie man die Sauberkeit an den Ufern dauerhaft gewährleisten könne.

Außerdem ist es ihr wichtig, die Natürlichkeit der Gegend wieder mehr in den Vordergrund zu stellen. Statt Paddelbooten im Wasser und leeren Pizzaschachteln im Gras hätte sie lieber einen Rosenpfad in der Nähe. „Wir haben bereits einen Weinlehrpfad und einen Rebsortenpfad“, wirbt sie. Wer jedoch noch nie in der Gegend war, kann guten Gewissens mal mit dem See- und Waldrundweg anfangen.

Besucherinfos

Die Seewaldseen sind nicht bewirtschaftet und haben weder Umkleiden noch Toiletten. Es gibt mehrere Grillstellen, Tische, Bänke sowie einen Spielplatz. Die Wasserqualität der Seen wird regelmäßig getestet und gilt als ausgezeichnet. Eine Badeaufsicht gibt es nicht.

In der Nähe befinden sich zwei Lokale, die aktuell geöffnet haben: der Landgasthof Rebstock, Klosterbergstraße 6 in Horrheim, und die Besenwirtschaft Allmendinger am Schneckenhäldenweg in Horrheim. Letztere ist bis 6. September, Dienstag bis Samstag von 16 Uhr an sowie sonntags von 11 Uhr an offen. Der Gasthof Rebstock hat montags zu und ist dienstags nur abends geöffnet, sonst täglich von 10.30 bis 14 Uhr und von 17.30 Uhr an, an Wochenenden durchgehend von 11 Uhr an.

Die Anfahrt

Mit dem ÖPNV sollte man den Startpunkt am Wachtkopf wählen. Vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus nimmt man die RB 17/den IR 1 nach Vaihingen/Enz. Dort steigt man in den Bus 592 bis Gündelbach Rathaus. Dann sind es etwa 20 Minuten Fußweg. Wer mit dem Auto kommt, kann auch beim Parkplatz der Seewaldseen die Tour beginnen.

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