Plochingen

Es geht ziemlich bergauf, für die 8,8 Kilometer lange Tour braucht man etwa drei Stunden. Doch von den Aussichtspunkten des Plochinger Höhenwegs zeigt sich die Kette der Schwäbischen Alb am Schönsten.

Plochingen - Zuerst die schlechte Nachricht: Nur wenn Sie ein eingefleischter Plochinger sind, über einen ausgeprägtem Orientierungssinn verfügen und durch eine hinreichende Lektüre von Karl-May-Bänden zum Karten- und Fährtenleser geworden sind, haben Sie eine gewisse Chance, den unmarkierten Plochinger Höhenweg zu finden. Ansonsten brauchen Sie GPS-Koordinaten, die auf der Homepage der Stadt Plochingen unter „Wandertouren“ zu finden sind. Ach ja, die gute Nachricht: Man kann überall auf dem Plochinger Höhenweg gut Not-Biwakieren. Aber auch ohne Biwak ist der Weg zu schaffen, die Höhenmeter machen die 8,8 Kilometer lange Tour langsam, man braucht etwa drei Stunden.

Beginnen Sie am Aussichtsturm des schwäbischen Albvereins, der 1888 aus dem Zusammenschluss von lokalen Verschönerungsvereinen im Plochinger Waldhornsaal gegründet wurde und sich zum größten europäischen Wanderverein gemausert hat. Gehen Sie zur bunkerähnlichen Kirche und dem ähnlich bunkerartigen Kindergarten, und wandern Sie in den Schrebergärten nach Süden, an einem gelben Haus vorbei bis zum Südrand der neuen Bebauung am Talweg. Sonnenblumen gibt es da und Mais, ein Ruhebänkle wartet, das die Stadt jüngst als Landmarke aufgestellt hat. Hoch und heilig verspricht die Stadt, demnächst Wegmarkierungen am Höhenweg anzubringen.

Viele der Rabauken von einst sind heute honorige Bürger

Folgen Sie dem Grasweg nach Süden runter zum Wasserhäusle. Alte Plochinger wissen, dass eine der Hütten hier den Jugendtreff beherbergte. Aber auch fremde Wanderer können kurz der Tatsache gedenken, dass die meisten der Rabauken von einst honorige Bürger mit seriösen Berufen geworden sind – Ausnahmen bestätigen die Regel. Das Dach ganz unten müsste der Stall vom Bauer Falk sein, drei Landwirte gibt es noch in dem 14 000 Einwohner zählenden Hafen- und Industriestädtchen, jeder im Flecken kennt sie.

Jetzt können Sie die ganze Kette der Alb erblicken: die buckelige Teck ist von diesem Standpunkt aus ganz symmetrisch, fast wie ein schwäbischer Fujiyama. Schon hier sieht man vom Hohenstaufen im Osten zum Hohenzollern im Westen, das sind fast 100 Kilometer Fernsicht!

Hier beginnt die industrielle Zone des Neckar- und Filstals

Der Weg führt am Südrand des Plochinger Stadtteils Lettenäcker weiter. Unten im Tal schiebt sich das Plochinger Dreieck vor die Alb, mit kleinen Firmen und Häuserblocks beginnt die industrielle Zone des Neckar- und Filstals.

Über Staffeln führt der Weg zur Hauptstraße und über die Fußgängerbrücke zum Stumpenhof mit seinen Schulen. Während Sie Wiesen und Obstbäume sehen, können Sie nur mutmaßen wie der Klinkerbau rechts die Welt sieht. Er heißt „Garp“. Aus Plochinger Sicht ist der etwas rätselhafte Name von John Irvings Roman, „Garp und wie er Welt sah“ leicht erklärt. „Garp“ bedeutet „Gemeinsame Ausbildungsstätte Reichenbach-Plochingen.“

Ein Duft von verfliegendem Sommer

Vom Garten des ehemaligen Krankenhauses geht es durch eine moderne Villengegend zum Landschaftsschutzgebiet im Hermannsberg mit seinen Streuobstwiesen und dem Duft von Obst und verfliegendem Sommer. Durch den Wald über die Schorndorfer Straße führt die Route zum Tennisplatz und zum Plochinger Klettergarten. Von der Bühleiche geht es zurück zum Aussichtsturm. Holen Sie sich im Café Morlock nicht nur Kuchen, sondern auch den Schlüssel zum Turm. Der Aufstieg lohnt sich. Wer richtig Hunger hat, kehrt in der Gaststätte Stumpenhof ein. Sie könnten jetzt mit dem Bus ins Tal fahren, sollten aber die Stadt nicht verlassen, ohne in den Innenhof des Hundertwasserhauses gespickt zu haben. Nebenan in Leos Kultkneipe Red Bull gibt es jede Menge Bier, wer lieber Heilwasser mag, findet es am Ottilienbrunnen.

Besucherinfos

Die Route führt meist auf Asphalt und Schotterwegen, vereinzelt sind auch Graswege zu bewältigen. Gute Turnschuhe genügen auf der Wanderstrecke, die auch mal richtig steil werden kann. Auf dem Plochinger Südhang kann es ganz schön warm werden, besser man nimmt einen Sonnenschutz mit und ausreichend zu trinken.

Zweimal kreuzt die Strecke den Plochinger Teckplatz. Hier ist das Café Morlock empfehlenswert, daneben, ebenfalls mit Sonnenterrasse, ist die Gaststätte Harmony. Auf der anderen Straßenseite wartet das Restaurant Stumpenhof mit einer veritablen Speisekarte auf. Ganz auf der Schurwaldhöhe beim Klettergarten liegen das Restaurant Albblick und das Vereinslokal des Tennisvereins. In der Stadt gibt es rund um den Marktplatz eine Reihe von guten Restaurants.

Die Anfahrt

Vom Stuttgarter Hauptbahnhof fahren Sie mit dem Regionalexpress 5 oder der Regionalbahn 16 nach Plochingen. Sie können auch die S 1 benutzten in Fahrtrichtung Kirchheim/Teck. Vom Busbahnhof können Sie mit dem Bus 141 zur Haltestelle Stumpenhof fahren. Montags bis Samstags fährt er alle 30 Minuten, Sonntages jede Stunde.

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