Schwäbisch Gmünd

In Schwäbisch Gmünd gibt es eine ganz besondere Leiter. Sie führt durch einen Zauberwald zum Himmelsgarten. Und dort lässt es sich trefflich aushalten: gibt es einen Wasserspielplatz, einen Floßteich; eine Minigolfanlage, einen Klettergarten und ein Dinosauriergehege.

Schwäbisch Gmünd - Der Aufstieg in den Himmelsgarten beginnt am Bahnhof, dauert, je nach Route, zwischen einer halben und einer ganzen Stunde – und führt über die Himmelsleiter. Man könnte diese Leiter schlicht als einen Weg beschreiben, der durch den Schwäbisch Gmünder Stadtwald namens Taubental führt und so gut ausgeschildert ist, dass man niemals falsch laufen kann oder, selbst wenn, trotzdem immer am Ziel ankommt.

Geheimnisse im Zauberwald

Viel schöner aber klingt die Beschreibung von Markus Herrmann: „Die Himmelsleiter ist ein geheimnisvoller Pfad durch unseren Zauberwald, auf dem es ganz viel zu entdecken gibt.“ Einen Hasen oder ein Reh zum Beispiel, deren nachgeformte Silhouetten sich zwischen Bäumen verstecken. Oder emsige Käfer, die einen mächtigen Baumstamm zu Kleinholz machen. Ein Brett mit Rillen, das erklingt wie das Klopfen eines Spechts? – Gibt es im Zauberwald. Ebenso Bonbons, die so schmecken, wie dieses Kraut, das dort am Wegesrand wächst: nach Waldmeister. Und irgendwann, quasi ganz nebenbei, hat man das Ende dieser feinen Leiter erreicht und steht oben, im Himmelsgarten.

Himmelsgarten ist insofern etwas übertrieben, weil man sich immer noch mit beiden Beinen auf der Erde befindet. Der Name dient vielmehr als Gegensatz zum Erdenreich, also der Gmünder Innenstadt, wo 2014 der zweite große Part der Landesgartenschau stattfand. Aber – übertrieben hin oder her – schön, ist es da oben im Himmelsgarten allemal. Dass es trotzdem einen nicht enden wollenden Strom waldabwärts zieht, hat einen ganz anderen Grund.

Der himmlische Ort darf bleiben

Da oben also gibt es außer jeder Menge schöner Blumenbeete, auch so viel anderes zu entdecken, dass man ohne sich zu langweilen einen ganzen Tag auf dem Plateau verbringen kann. Es gibt einen Wasserspielplatz und einen Floßteich; eine Minigolfanlage ist vorhanden, ein Klettergarten und ein Dinosauriergehege, in dem Kinder Versteinerungen aus der Urzeit suchen können. Ein Heilpflanzengarten wurde angelegt. Begehen darf man ihn allerdings nur bei Führungen, die der in Schwäbisch Gmünd beheimatete Kosmetikhersteller Weleda regelmäßig anbietet. Einige der Pflanzen sind giftig. Und, nicht zu übersehen: Der Himmelsstürmer, dieser spektakulär hölzerne Turm, der 38 Meter in die Höhe ragt – und einen herrlichen Rundblick bietet. Zurzeit ist er wegen Corona allerdings geschlossen. Einen gemütlichen Biergarten gibt es im Himmelsgarten natürlich auch.

Rund 15 Hektar umfasst das Areal. Die Besucher – samstags und sonntags jeweils an die 2000 – können sich gut verteilen. Und tun es offenbar auch. „Das Publikum ist sehr diszipliniert“, sagt Markus Herrmann, der städtische und coronaversierte Tourismusmanager. Bis zum Jahr 2014 war der Himmelsgarten Ackerland. Für die Landesgartenschau, die sich über die gesamte Stadt erstreckte, wurden die Felder zur Ausstellungsfläche. Wäre alles nach Plan gelaufen, wäre die Anlage ein Jahr später wieder untergepflügt worden. Dann aber stellte die Stadt fest, dass es doch schön wäre, einen so himmlischen Standort zu erhalten – und erhielt ihn.

Eine faszinierende Murmelbahn

So kommt es, dass auf der Hochfläche im Stadtteil Wetzgau die Kleintierzüchter ein Gehege für Ziegen und Alpakas unterhalten und die Obst- und Gartenbauer öffentlich Schnaps brennen können. Ein Freundeskreis veranstaltet Backerlebnistage mit Holzofen, die Bezirksimker schleudern Honig, und im Bildungsgarten Suppenstern lernen Kinder, wo ihr Essen wächst. „Eine Begegnungsstätte für Jung und Alt“, nennt Markus Herrmann den Himmelsgarten denn auch. Funktionieren kann sie nur, weil sich viele der einst 1500 ehrenamtlichen Gartenschauhelfern weiterhin einbringen.

Bleibt der Weg hinab. Auch er führt durch den „Zauberwald“ und birgt viel „Geheimnisvolles“ – vor allem aber eines: die Murmelbahn. 350 Meter ist sie lang und führt vom Himmelsgarten hinunter ins Tal. Meist oberirdisch, mal durch ausgehöhltes Holz, mal unter klingenden Glöckchen hindurch oder um dicke Stämme herum – immer ein Vergnügen. Murmeln für 20 Cent gibt es an mehreren Stationen im Gelände zu kaufen. Sie sind jeden Cent wert und definitiv nicht nur eine Anschaffung für junge Besucher.

Besucherinfos

Zu den vielen Attraktionen im Himmelreich gehört der Kletterwald Skypark. Auf einer Länge von 1,5 Kilometern bietet er elf Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Als Höhepunkte gelten die bis zu 100 Meter langen Seilbahnen und ein Sprung aus zwölf Metern in die Tiefe. Anders als die anderen Angebote ist die Nutzung des Skyparks nicht kostenlos. Geöffnet ist er täglich von 10 bis 18.30 Uhr, eine Anmeldung ist nötig und möglich unter 0 71 71/8 05 35 52

Schwäbisch Gmünd gilt als die älteste von den Staufern gegründete Stadt. Entsprechend prächtige Gebäude gibt es dort zu bestaunen. Eine Besonderheit unter den vielen besonderen sakralen Einrichtungen ist die Kapelle St. Salvator. Sie ist komplett in den Fels gehauen – und bietet einen herrlichen Blick über die geschichtsträchtige Stadt.

Die Anfahrt

Vom Hauptbahnhof fährt montags bis samstags alle 30 Minuten der IRE1 / RB13 nach Schwäbisch Gmünd (sonntags alle 60 Minuten). Hinter dem Bahnhof, in der Taubentalstraße, beginnt der Weg zum Himmelsgarten. Bis Schwäbisch Gmünd ist ein Ticket des bwtarifs nötig. In den Sommerferien gilt das VVS-Abo in ganz Baden-Württemberg.

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