Schwäbischer Wald

Der Schwäbische Wald wirkt an vielen Stellen bezaubernd. Zusammen mit der Schwäbischen Waldfee Leonie Treml geht es auf eine Wanderung, bei der die vielfältige Magie besonders gut zu erleben ist.

Spiegelberg - Sagenumwobene Grotten, bizarre Felsgebilde, plätschernde Bächlein, verwunschene Mühlen und drum herum jede Menge Wald: Vielerorts wirkt der Schwäbische Wald wie einem Märchen entsprungen. Obwohl der Naturpark direkt vor den Toren Stuttgarts liegt, ist inmitten des Landschaftsidylls von der Betriebsamkeit der Metropolregion wenig zu spüren. Normalerweise.

Derzeit lässt sich die Magie des Waldes an einigen Stellen nur bedingt genießen – denn weit bekannte Highlights wie die Hörschbach-Wasserfälle, das Edenbachtal oder der Ebnisee sind stark frequentiert. „Viele machen daheim Urlaub, das spürt man“, sagt Leonie Treml, die als Schwäbische Waldfee fungiert. Die Botschafterin des Naturparks befindet sich bereits in der zweiten Amtszeit – obwohl das eigentlich gar nicht vorgesehen ist. Aber wegen des Coronavirus wurde die Feen-Neuwahl um ein Jahr verschoben.

Die „Idyllische Straße Tour M“ führt unter anderem in die Bodenbachschlucht

Leonie Treml genießt die unfreiwillige Verlängerung sehr: „Ich hatte letztes Jahr 60 Auftritte, bin viel herumgekommen“, erzählt die 25-Jährige, die in ihrem grünen Gewand von anderen Wanderern sofort erkannt wird: „Sie sind aber nicht die Waldfee, oder?“, fragte eine schwer atmende Joggerin. Doch, ist sie – samt Feenstaubbeutel und festen Stiefeln. Denn Flügel sind Leonie Treml noch nicht gewachsen. Aber die würden auf der Wanderung durch die Bodenbachschlucht auch stören.

In diesen verwunschenen Taleinschnitt bei Spiegelberg geht es bei der sogenannten „Idyllische Straße Tour M“. Die Rundwanderung ist eine von 19 Vorschlägen, mit denen Tourismusverband und Schwäbische Waldfee die Wanderer abseits der ausgetretenen Pfade in die vielen unentdeckten Ecken des Landschaftsraums locken möchten.

Abwechslungsreiche 14-Kilometer-Wanderung abseits ausgetretener Pfade

Eine genaue Beschreibung der Tour ist bei einschlägigen Wander-Apps zu finden. Eine solche kann bei der Orientierung hilfreich sein, weil die Beschilderung mit dem Zeichen „M“ nicht immer durchgängig ist. Die Wanderung beginnt am Parkplatz Bodenbachschlucht. Sie ist 14 Kilometer lang, kann aber abgekürzt werden. Es lohnt sich jedoch, die ganze Strecke zu gehen, weil vieles entdeckt werden kann, was den Schwäbischen Wald ausmacht: Auf engen Pfaden geht es erst durch die Bodenbachschlucht, die mit moosigen Bäumen und Felsplatten einen unglaublichen Charme hat. Dass sich hier eine Fee wohlfühlt, wundert niemanden. Außer Leonie Treml zeigt sich zwar keine weitere – dafür schlängelt sich eine Ringelnatter über den Weg.

Meterhoher Farn und Wildblumen voller Schmetterlinge zieren dann die breiteren Schotterwege, auf denen es im Sonnenschein weitergeht. Einen Blick über die Waldrücken gibt es bei Vorderbüchelberg, wo zwei Gasthäuser zum Pausieren einladen. Dann geht es wieder tief hinein in das allgegenwärtige Grün der Bäume. „Am Schluss läuft man direkt am Bach entlang, man muss ein bisschen kraxeln, das gefällt mir sehr. Es wird nie langweilig“, sagt Leonie Treml, die schon vor ihrem Feen-Dasein eine große Waldfreundin war: „Ich hab als Kind Lägerle gebaut, durfte einfach losspringen.“

Der Mischwald als Schatz des Schwäbischen Waldes

Sie möchte ihren Feen-Zauber dafür einsetzen, auch andere für die Natur zu begeistern. „Vielen ist nicht bewusst, was für einen Schatz wir direkt vor der Haustüre haben. Ich möchte, dass dieser wertgeschätzt wird, dass die Leute zum Beispiel ihren Müll wieder mitnehmen“, sagt Leonie Treml. Sie ist zwar in Murrhardt, mitten im Schwäbischen Wald, aufgewachsen, „doch dass unsere Gegend so waldreich ist, wusste ich früher trotzdem nicht“. Nicht zufällig übrigens trägt die Schwäbische Waldfee ein Kleid in verschiedenen Grünschattierungen: „Das steht für den Mischwald, den wir hier haben“, erzählt sie. Wer seinen Zauber mit allen Sinnen genießen möchte, den Duft nach Moos und Pilzen, das Rascheln des Windes in den Buchenblättern – der sollte sich aufmachen in den Schwäbischen Wald.

Besucherinfos

Die kleine Gemeinde Spiegelberg am Rand des Rems-Murr-Kreises hat mehr zu bieten als schöne Natur. Wer nach der Wanderung noch Kraft hat, kann den Bogenparcours bei Vorderbüchelberg besuchen, das Glasmuseum im Rathaus oder das Besucherbergwerk Wetzsteinstollen. Vom Turm auf dem Juxkopf bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf die Umgebung. Zudem hat das Theater Kabirinett in Großhöchberg einen Biergarten eröffnet, bei gutem Wetter wird dieser donnerstags bis sonntags betrieben. Den Schwäbischen Wald kennenlernen kann man zum Beispiel beim 20. Tag des Schwäbischen Waldes, der am Sonntag, 20. September, stattfindet. Veranstaltet werden Führungen, Exkursionen und insgesamt 30 verschiedene Angebote. Ein Höhepunkt ist der 5. Wandermarathon, mit einer Marathon-, Halbmarathon- oder Familienstrecke.

Die Anfahrt

Vom Stuttgarter Hauptbahnhof geht es mit RE 90 oder RB 19 nach Sulzbach/Murr. Von dort fährt der Bus der Linie 385 Wüstenrot Schule bis zur Haltestelle Spiegelberg-Gieshof. Von dort ist ein Einstieg in die vorgestellte Tour möglich. Samstags, sonn- und feiertags ist zudem der Räuberbus unterwegs. Er fährt die Haltestelle Denteltal an, die fast direkt an der Wegstrecke liegt.

Mehr anzeigen Weniger anzeigen

Weitere Angebote im Schwäbischen Wald

Welzheim, Stadtansicht, © Stuttgart-Marketing GmbH

Luft­kur­ort Welz­heim

Welzheim

Details
Luftansicht des Schwäbischen Waldes

Na­tur­park-Zen­trum Schwä­bi­scher Wald in Murr­hardt

Murrhardt

Details
Klosterhof und ehemalige Klosteranlage Murrhardt

Klos­ter­hof und ehe­ma­li­ge Klos­ter­an­la­ge Murr­hardt

Murrhardt

Details
Ebnisee in Kaisersbach, © FVG Schwäbischer Wald

Eb­ni­see

Kaisersbach

Details