Entlang des Limes durch die urwüchsige Natur des Schwäbisch Fränkischen Waldes

Wir wandern nun direkt auf dem noch deutlich erkennbaren Wall des Obergermanischen Limes dahin, während der teilweise noch eindrucksvoll erkennbare Graben rechts des prächtigen Weges durch den Wald verläuft. Etwa um 200 n. Chr. bestand – von Feindseite aus gesehen – folgende römische Grenzbefestigung: Palisade aus einer Reihe 2 bis 3 Meter hoher Baumstämme, dann der bis zu 9 Metern breite und 2 bis 2,5 Meter tiefe Graben. Anschließend befanden sich der 2 bis 3 Meter hohe Wall und die Wachtürme, letztere oft auf beherrschender Anhöhe (wegen des Überblicks). Entlang der vom Feind abgewandten Turmseite verlief noch ein Postenweg.

Im Verlauf der Wanderung durch den herrlich einsamen Pfahlbronner Wald stellen wir fest, dass der Graben teilweise fast ausgeflacht und verwachsen ist, während der Wall doch über weite Strecken noch deutlich erkennbar bleibt. Bald erreichen wir die erste Anhöhe mit der Ruine des Limesturms Nr. 12/11. Da alle vier römischen Befunde, welche wir während dieser Wanderung besuchen, mit ausreichend Informationstafeln versehen sind, ist es nicht notwendig, auch noch im Rahmen dieses Tourenvorschlages näheres darauf einzugehen.
Vom Turm Nr. 12/11 führt der Limesweg, der übrigens hervorragend und sehr übersichtlich markiert ist, weiter durch den duftigen Forst. Gleich erreichen wir den Waldsport-Pfad und sehen rechts des Weges einen verwitterten Grenzstein mit der Darstellung des Abtsstabes des Klosters Lorch und der Jahreszahl 1767. Bald biegt der Sportpfad westlich ab und wir überqueren einen Fahrweg. Weiter folgen wir dem Limes durch die Keuperlandschaft (Sandstein, Tone, Mergel) des Schwäbischen Waldes, dessen charakteristischer Baum die Tanne (Weißtanne) ist.

Erneut überqueren wir zweimal einen Fahrweg und steigen danach hinauf zum Limesturm Nr. 12/9. Dieser Turm heißt im Volksmund „Bemberlesstein“. Von hier steigen wir abwärts, überschreiten einen Fahrweg, um dann erneut bergan zu gehen. Gleich kommen wir zu der Stelle, wo sich im Stubensandstein mehrere bis zu 10 cm tiefe künstliche Rinnen befinden. Es ist wahrscheinlich, dass hier Reste einer parallel zum Limes verlaufenden Straße vorliegen. Der letzte Turm, den wir während dieser Wanderung berühren, ist jener Nr. 12/8 im Wald
„Kreuzbühl“. Nach dem Turm erreichen wir einen Fahrweg, dem wir links aufwärts folgen.

Nach Verlassen des Waldes wandern wir eben hinüber nach Brech. Prachtvoll ist hier der Rückblick übers Remstal und die Schurwaldhöhen hinweg zur Albkette, welche eindrucksvoll an den Himmel gepinselt ist. In Brech gehen wir durch die Riedstraße und später durch die Pfahlstraße hinüber nach Pfahlbronn (498 m), dessen Namen an den Limes erinnert (Pfahl = Palisade). Beim Gasthaus „Hirsch“ erreichen wir die Lorcher Straße und gehen ihr entlang nach links und folgen auch noch kurz der Welzheimer Straße. Nach wenigen Metern, beim Haus Nr. 1, biegen wir im Zeichen des Limesweges links ein in die Brunnenstraße. Bald geht’s links in die Friedhofstraße. Bei der Linksabzweigung zum Friedhof erreichen wir das Ortsende von Pfahlbronn. Hier verlässt uns der Limeswanderweg rechts Richtung Haghof-Welzheim. Wir aber wandern auf dem Asphalt-Sträßchen geradeaus unmarkiert in südlicher Richtung über den aussichtsschönen Höhenrücken dahin.

Bei der späteren Wegverzweigung nehmen wir das linke Sträßchen. An der folgenden Wegeteilung wandern wir weiter Richtung Strauben. Bei einer nochmaligen Wegegabel nehmen wir dann das linke Sträßchen (praktisch geradeaus). Danach senkt sich unser Fahrsträßchen über eine Hangstufe abwärts und zieht später steil den Wald hinab. Nach Waldaustritt erreichen wir beim Wasserbehälter eine erneute Wegeteilung: rechts gelangt man auf Fahrsträßchen nach einem weiteren Waldstück in den Lorcher Ortsteil Strauben und dann der Straße entlang mit Blick zum beherrschenden Hohberg und nach Weitmars (s. Nr. 8), zum Schurwald und ins waldverschlungene Tal des Walkersbachs hinab in den kleinen Ort Walkersbachertal. Bei der Ruhebank am vorstehend genannten Wasserbehälter kann man aber auch links dem „Dinkelholzweg“ folgen.

Sofort nach Wiedereintritt in den Wald (Abteilung „Unger“) wandert man dann rechts auf dem „Haselbachweg“ durch das romantische, abgeschiedene Haselbachtal abwärts (Strauben bleibt dabei rechts auf der Höhe) und gelangt ebenfalls in den Ort Walkersbachertal inmitten einer außerordentlich anmutigen und reizvollen Landschaft. Beide Wegstrecken sind ab dem Wasserbehälter etwa gleich lang. Im Walkersbacher Tal wandern wir dann links neben der Straße her das Tal hinab, passieren bald den Edenhof und erreichen in Kürze mit Blick zum Schurwald die alte B 29. Rechts, den Hang hinaufsteigend, der Lorcher Stadtteil Weitmars, westlich der beherrschende Elisabethenberg. Von Weitmars kommt nun der mit Rotstrich markierte Wanderweg HW 10 (Stromberg – Schwäbischer Wald-Weg) heran und begleitet uns links den Gehweg neben der alten B 29 entlang Richtung Lorch.

In Lorch folgen wir der Straße Richtung Göppingen (B 297) und schreiten gleich rechts durch die Straßenunterführung. Nach der Bushaltestelle folgen wir dem HW 10 links in die Gaisgasse. Später durchschreiten wir die Kirchstraße und passieren die evangelische Stadtkirche. Wir schlendern durch die Stadt mit ihren prächtigen Fachwerkhäusern, passieren den Brunnen, das Rathaus und das Mörikehaus und nehmen den Weg über die Hauptstraße und die Gmünder Straße. Vor dem Bahnhofshotel biegen wir links in die Poststraße und nehmen den Weg zurück zum Bahnhof, wo die Tour endet. Der Lorcher Bahnhof ist übrigens auch der Endpunkt des von Pforzheim herankommenden Stromberg –Schwäbischer Wald-Wegs (110 km).