Waldenbuch

Waldenbuch? Quadratisch, praktisch, gut. Doch die Stadt will mehr sein als der Sitz von Ritter Sport und präsentiert auf einer Schnitzeljagd die Schokoladenseiten der Altstadt und der Umgebung. Nebenbei trifft man auf Sagenfiguren des Schönbuch.

Waldenbuch - Die gute alte Schnitzeljagd gibt es noch. Aufgehübscht und pompös kommt sie heutzutage zwar als Geocaching daher, aber das Prinzip ist dasselbe: suchen und finden. Statt Sägemehl und Ästen weist nunmehr das Smartphone mittels Koordinaten den Weg. Vor fast genau 20 Jahren war Dave Ulmer aus Portland (USA) der Pionier, er versteckte einen Eimer mit einer CD, einer Videokassette, Geldscheinen, einem Buch, einer Steinschleuder und einer Konserve mit Bohnen im Wald an der Position 45° 17’ 28’’ N, 122° 24’ 48’’ W. Die Koordinaten veröffentlichte er im Internet, ein Tag später war das Versteck gefunden. Die Geburtsstunde des Geocaching. Von Geo, die Welt, und Cache, geheimes Lager.

Ein gut gehütetes Geheimnis

Nun, ein geheimes Lager ist in Waldenbuch nicht zu finden. Und auch kein Schatz. Aber ein gut gehütetes Geheimnis. Die Altstadt. Wer nach Waldenbuch kommt, den führt sein Weg zumeist zu Ritter Sport. Und eher selten ins formidable Museum für Alltagskultur im Schloss und in die Altstadt. Das möchte man in Waldenbuch ändern. So lädt man dieses Jahr gemeinsam mit der Baden-Württemberg-Stiftung zum Literatursommer für Kinder und Jugendliche ein.

Corona hat das Programm ziemlich gefleddert. „Glücklicherweise hatten wir schon im letzten Jahr einiges geplant, was draußen stattfinden kann“, sagt Petra Eisele vom Stadtmarketing. Etwa die „sagenhafte Geocaching-Tour“, bei der man allerlei Märchengestalten begegnet, deren Namen man früher nur zu raunen wagte. Etwa dem Ranzenpuffer, Riesen, Erdwichteln oder gar Satan persönlich.

Start ist am Marktbrunnen

Doch zunächst beginnt alles ganz harmlos. Am Marktbrunnen vor dem Alten Rathaus. Die Aufgaben sind ausgedruckt, das Smartphone geladen, der Bleistift gespitzt. Dieses alte analoge Hilfsmittel empfiehlt sich beim Eintragen der Lösungen. So folgt man den Hinweisen, Koordinaten und Aufgaben durch die Altstadt, bis man vor einer Tür an der Stadtmauer steht. Ein Geheimgang hinauf zum Schloss soll hier gewesen sein. Ein hundsgemeiner Herrscher soll über dieses „Törlin“ immer den Teufel hineingelassen haben, damit sie gemeinsam die Menschen schikanieren konnten. Wenn man das Ohr ans Holz legt, kann man es dahinter rumoren und rascheln hören, angeblich huscht der Teufel immer noch in Gestalt einer Schlange durch die Gänge.

Schön ist es, aber auch still. Sehr still. An diesem Werktag kommt man sich vor wie in einem italienischen oder spanischen Städtchen während der Siesta. Es lässt sich ahnen, der Beelzebub, das ist heute auch für den Waldenbucher Einzelhändler Amazon.

Auf den Spuren des Ranzenpuffer

Wir wandern weiter, aus der Altstadt hinaus. Und damit dem Ranzenpuffer entgegen. Ranzenpuffer? Das ist weder das Ding, das der Schwabe im fortgeschrittenen Alter wegen der vielen Soß’ zu den Spätzle um die Hüfte herum ausbildet, noch das Reißen im Magen nach zu viel Trollinger. Der Ranzenpuffer ist eine gar fürchterliche Gestalt. Walter Hahn beschrieb ihn in seinen „Volkssagen aus dem Schönbuch“: „Zuweilen erscheint er mit, zuweilen ohne Kopf. Gern schleicht er sich hinter die Holzleser im Walde und ruft ihnen plötzlich ins Ohr.“ Er kann sich als Tier verkleiden, verwandelt Feuerholz in Dornengestrüpp. Als Jäger „führte er ein gottloses Leben, quälte Menschen, liebte Wein, Weiber und Spiel.“

Ob wir dem Ranzenpuffer begegnet sind? Das wird natürlich nicht verraten. Aber nach fünf Kilometern eifrigen Suchens trifft es sich gut, dass man in Waldenbuch ist: Da hat man sich eine Schokolade verdient.

Die sagenhafte Geocaching-Tour

Die Schnitzeljagd führt rund fünf ­Kilometer durch Waldenbuchs Altstadt und dann hinaus in den Wald auf den Herzog-Jäger-Pfad. Die Organisatoren empfehlen die Tour für Kinder ab zehn Jahren. Auch jüngere Kinder können die Tour wagen. Damit es Spaß macht, sollten sie aber schreiben und lesen sowie fünf Kilometer am Stück gehen können. Das letzte Stück führt zudem stramm bergan. Die Aufgaben kann man unter https://www.waldenbuch.de/zielgruppen/start/literatursommer+2020.html ausdrucken. Dort gibt es auch die Lösungen, falls man nicht mehr weiter weiß. Das Smartphone sollte geladen sein, die Koordinaten gibt man bei Google Maps ein. Am Ende errätselt man ein Lösungswort. Schickt man dieses an tourismus@waldenbuch.de, kann man einen kleinen Preis gewinnen.

Die Anfahrt

Vom Stuttgarter Hauptbahnhof können Sie mit den S-Bahn-Linien S2/S3 bis Leinfelden fahren oder weiter nach Echterdingen. Von Leinfelden geht es mit dem Bus 826 (Montag bis Sonntag alle 30 Minuten) von Echterdingen mit dem Bus 828 (Montag bis Sonntag alle 30 Minuten) nach Waldenbuch Postamt. Die Geocaching Tour kann dann vor dem Rathaus Waldenbuch beginnen.

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