Hitler übersetzen
- Location:
- Württembergische Landesbibliothek - Bibliothek für Zeitgeschichte, Konrad-Adenauer-Straße 8, 70173 Stuttgart
- Datum:
- 29. April 2026, 19:00 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch mit Olivier Mannoni
Zehn Jahre lang übersetzte Mannoni Hitlers „Mein Kampf“ für eine kritisch-wissenschaftliche Edition ins Französische. Das Werk, mit dem Hitler seine antisemitischen Thesen und nationalsozialistische Weltanschauung auf über 700 Seiten in eine für den Normalbürger kaum zugängliche Prosa ergoss und sie dennoch „salonfähig“ machte. Zwölf Millionen Exemplare waren bis 1945 im Umlauf.
Was macht es mit einem Menschen, sich jahrelang in die Tiefen von Hitlers Sprache zu versenken? Angesichts einer politischen Realität, in der rechtspopulistische Parteien Regierungen stellen, demagogische Reden ein Revival erleben und nationalsozialistisches Vokabular in unseren Alltag zurückkehrt, warnt uns Olivier Mannoni vor der Wirkmacht sprachlich irreführender Überfrachtungen und dem damit einhergehenden suggestiven Kalkül.
Olivier Mannoni, geboren 1960 in Tours, gehört zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Deutschen ins Französische. Zu den von ihm übersetzten Autoren zählen Franz Kafka, Sigmund Freud, Martin Suter, Stefan Zweig, Maxim Leo, Peter Sloterdijk und Byung-Chul Han. Zudem hat er zahlreiche Werke zum Nationalsozialismus übersetzt, darunter Ernst Klees „Deutsche Medizin im Dritten Reich“ („La Médecine nazie et ses victimes“) und Joachim Fests „Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli“ („La Résistance allemande à Hitler“). Er selbst verfasste Biografien über Günter Grass und Manès Sperber. Mannoni lebt in den Pyrenäen.
Eine Kooperation des Stadtarchivs Stuttgart mit der Württembergischen Landesbibliothek und dem Institut français Stuttgart
Im Rahmen der Französischen Wochen
