• Gaisburger Marsch, © msl133 - Fotolia
    Gaisburger Marsch, © msl133 - Fotolia
Entdecken

Gaisburger Marsch

Gaisburger Marsch, Verheierte, Kartoffelschnitz und Spätzle oder Böckinger Feldgeschrei ist ein traditionelles schwäbisches Eintopfgericht.

Zur Zubereitung wird eine kräftige Rinderbrühe mit Ochsenfleisch und Suppengrün gekocht. Das Fleisch wird in Würfel geschnitten und mit gekochten Kartoffeln und Spätzle auf einem Teller angerichtet. Die heiße Brühe wird darüber gegossen und mit in Butter goldbraun gebratenen Zwiebeln serviert.

Der Name "Gaisburger Marsch" soll daher rühren, dass im 19. Jahrhundert Stuttgarter Offiziersanwärter eine Vorliebe für einen kräftigen Ochsenfleischeintopf mit Spätzle und Kartoffeln entwickelten, welcher in der im nahen Gaisburg befindlichen Gaststätte "Bäckerschmide" serviert wurde. Da die Offiziersanwärter auf dem Weg von der Berger Kaserne in dieses Wirtshaus eine gewisse militärische Marschordnung einhalten mussten, trug das Gericht letztlich den Namen "Gaisburger Marsch". Einer anderen Version nach kamen die Gaisburger Männer angeblich in Kriegsgefangenschaft, und ihren Frauen wurde erlaubt, sie mit einer Schüssel Essen pro Tag zu versorgen. In diese Schüssel wurde alles getan, was gut schmeckte und nahrhaft war. Damit marschierten die Frauen dann jeden Tag zu ihren Männern. Im namensgebenden Stuttgarter Stadtteil Gaisburg wird die Geschichte dieses Gerichts einmal jährlich in den Sommermonaten mit einem mehrtägigen Fest gefeiert.

Der Name "Verheierte" (Verheiratete) spielt wohl auf die Verbindung der Beilagen Kartoffeln und Spätzle an.

Rezept für "Gaisburger Marsch"
Zutaten (für 4 Portionen):

  • 500 g Siedfleisch (Bug)
  • 500 g Suppenknochen
  • 2 Zwiebeln, Sellerie, Lauch
  • 3 Karotten, Bund Petersilie
  • Pfeffer, Salz, Muskat, Schnittlauch, Butter, Schmalz
  • 400 g rohe Kartoffelschnitz
  • etwa gleiche Menge Spätzle

Suppenknochen mit einem TL Salz in eineinhalb Liter kaltem Wasser aufsetzen und langsam zum Kochen bringen. Abschäumen. Siedfleisch und Teile des Suppengemüses dazugeben (eine Zwiebel, 2 Karotten und die Hälfte der Petersilie zurückbehalten). Zwei Stunden leicht sieden lassen.

Inzwischen Spätzle machen (siehe Rezept), in heißer Butter schwenken, warm stellen. Kartoffeln schälen und zu fingerdicken Schnitzen schneiden. Die restlichen Karotten in Scheiben schneiden.

Siedfleisch aus der Brühe nehmen und in Würfel schneiden. Brühe abseihen und darin die Kartoffeln und die Karotten garen. Mit Pfeffer und Muskat würzen.

Spätzle in vorgewärmter Terrine anrichten. Kartoffeln, Karotten und Fleisch dazugeben und mit Brühe auffüllen. Übrige Zwiebel in Ringe schneiden, in Schmalz goldgelb rösten, über den Eintopf geben, der noch kräftig mit feingehackter Petersilie und Schnittlauch bestreut wird.

Rezept: Wilhelmer Gastronomie