Mercedesstern am Hauptbahnhof Stuttgart, © Daimler AG

Automobile Anekdoten

Das Automobil hat keine Zukunft
Immer wieder kommt es in der Geschichte des Automobils zu Fehleinschätzungen: Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) ist davon überzeugt, dass dem Automobil keine große Zukunft beschieden sei. Von ihm stammt die Aussage: „Ich glaube an das Pferd. Das Auto ist nur eine vorübergehende Erscheinung.“

Und auch Gottlieb Daimler selbst irrt sich gewaltig als er vermutet: „Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren.“

Atemnot
Schnelles Fahren schadet der Gesundheit und dem Verstand. Davon sind die Mediziner am Anfang des Automobilzeitalters überzeugt. Sie befürchten, dass der Mensch bei mehr als 50 km/h keine Luft mehr bekommt.

Falschmünzerei im Gewächshaus
Nachdem Gottlieb Daimler mit seiner Familie 1882 in die Villa in der Taubenheimstraße in Cannstatt gezogen ist, baut er sein Gartenhaus zur Werkstatt um. Hier wollen er und Wilhelm Maybach ihre Visionen verwirklichen. Die Glaswände werden mit Tüchern verhängt. Sie arbeiten Tag und Nacht unter strengster Geheimhaltung. Selbst die Familie und die Hausangestellten wissen nicht, was im Gartenhaus vor sich geht. Seltsames Hämmern und metallisches Scheppern machen Daimlers Gärtner misstrauisch. Er holt die Polizei, weil er glaubt, es befände sich dort eine Falschmünzerei. Die Überraschung ist groß, als die Polizei bei einer Razzia nur Werkzeuge und Motorteile findet.

Hybridautos – eine alte Erfindung
Wer denkt, dass Hybridautos eine zeitgenössische Erfindung sind, liegt falsch. Ein Elektrowagen mit Radnabenmotoren, entwickelt vom 25-jährigen Ferdinand Porsche und dem Wiener Fahrzeugbauer Ludwig Lohner, erregt auf der Weltausstellung 1900 in Paris großes Aufsehen. Da die Batterie nicht lange hält, versieht Ferdinand Porsche das Nachfolgemodell von 1902 zusätzlich mit einem Benzinmotor, mit dem der Akku wieder aufgeladen wird. Geboren ist der Mixte-Wagen – eines der ersten Hybridautos der Welt.
 

Ein Stern über Stuttgart: Der Mercedesstern auf dem Turm des Hauptbahnhofs
Seit 1952 dreht sich der Mercedesstern unaufhörlich auf dem Turm des Stuttgarter Hauptbahnhofs und steht für die enge Verbindung Stuttgarts zum Automobil.
Der 1916 fertig gestellte und 56 Meter hohe Bahnhofsturm ist nach den Kriegswirren ausgebrannt. Um die Renovierungskosten aufzubringen, wird der Turm für Werbezwecke freigegeben und der Mercedesstern montiert. Dass überhaupt Werbung angebracht werden darf, ist nur deshalb der Fall, weil es sich beim Mercedesstern um ein Wahrzeichen der Automobilstadt Stuttgart handelt. Es werden verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Größen, Beleuchtungen und Umdrehungszahlen ausprobiert. Montiert wird ein Plexiglasstern mit Neonröhren von 4,2 Meter Durchmesser, der sich zweimal pro Minute um sich selbst dreht. Der heutige, hydraulisch kippbare Stern ersetzt 1972 die alte Konstruktion. Und so strahlt der rotierende Stern seit nunmehr 70 Jahren über der Stadt und begrüßt jeden Reisenden bei seiner Ankunft am Bahnhof.