Akademiegarten: Schiller, Schloss & Brunnen.
Versteckt zwischen Landtag, Neuem Schloss und Charlottenplatz erstreckt sich der kleine Akademiegarten. In seinem Zentrum steht der gusseiserne Akademiebrunnen von 1811, gleichaltrige Platanen umringen ihn wie treue Wächter. Durch Nikolaus von Thouret für König Friedrich geschaffen, zeigt der Brunnen vier Wasser speiende Löwen und das württembergische Wappen. Die namensgebende Akademie der Anlage ist heute nicht mehr vorhanden: Hier stand ab 1775 die Hohe Carlsschule, die Herzog Carl Eugen fünf Jahre zuvor auf Schloss Solitude gegründet hatte. An der Militärakademie sollte die Führungselite des Landes herangebildet werden, vom Kaiser erhielt das Institut schließlich Universitätsrang. Bekanntester Zögling, der an der Carlsschule zum Militärarzt ausgebildet wurde, war Friedrich Schiller. Zum Glück für die Nachwelt nutzte dieser seine Studienzeit lieber, um „wider die Tyranney“, als die er sein Zwangsstudium wohl empfand, sein Schauspiel „Die Räuber“ zu verfassen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Carlsschule zerstört, später erneut hergerichtet und kurz darauf wieder abgerissen, weil sie dem Bau des Charlottenplatzes im Weg stand. Ein Überbleibsel blieb: An die verschwundene Uni erinnert noch ein Reliefgiebel an der Rückfront des Neuen Schlosses. An einem kleinen Modell neben dem Brunnen kann man sich ein Bild der berühmten Schule machen.
