Villa Berg Park, © SMG, Sarah Schmid

Park der Villa Berg: Tango, Rosen & Renaissance.

Lust auf einen Abstecher in den grünen Osten? Über den Trollinger oder Riesling-Steg geht es vorbei an den Mineralbädern und dem SWR Funkhaus hoch zur Villa Berg. Umsäumt von Bäumen und Wiesen blickt das „Landhaus“ auf einer Anhöhe über seinen verwilderten Park. Kronprinz Karl und Zarentochter Olga beauftragten Christian Friedrich von Leins 1853 mit dem Bau ihres persönlichen Refugiums. Der Architekt ließ sich von der italienischen Renaissance inspirieren. Das sieht man dem Würfelbau mit seinen Pfeilern, Säulen, Loggien und Reliefs auch an. Der Garten im französischen Stil wurde später in eine englische Parklandschaft verwandelt. 1912 ging das Landhaus an die Stadt über, in den 1920er Jahren wurde es samt Park, Café und einer Gemäldegalerie der Öffentlichkeit geöffnet. Nachdem der Bau im Zweiten Weltkrieg ausbrannte, richtete sich der Süddeutsche Rundfunk ein. Ein Konzert- und Sendesaal wurde eingebaut, im Park entstanden neue Funk- und Fernsehstudios. Nach einem Hin und Her an Investoren und dem erneuten Rückkauf durch die Stadt 2015 ist die Villa Berg in einen Dornröschenschlaf gefallen. Stuttgart träumt von einem „Offenen Haus für Musik und mehr“. Derweil wird der verwunschene Park von der Bevölkerung zur Entspannung genutzt. Im Sommer tanzen die Stuttgarter:innen hier Tango, tanken Sonne und treffen sich zum Picknick. Im Rosen-Belvedere werden Selfies geschossen, während der Japan-Garten zu Füßen des Hügels zur meditativen Pause verführt.